Vom Omnivor zum Pflanzenfresser: Meine vegane Woche

Nie im Leben hätte ich mir träumen lassen Veganer zu werden. Schon allein weil dieser Schritt meine Liebesbeziehung zu Käse beenden würde. Zwar konnte ich mich schon einmal fünf Jahre lang als Vegetarier über Wasser halten, aber auch nur weil ich Eier und Milchprodukte an meiner Seite hatte. Inzwischen bezeichne ich mich als ausgeglichenen, gesunden Allesfresser ohne mir dabei etwas zu verbieten. Das sollte sich jedoch ändern, als vor einigen Wochen zwei meiner Kollegen und ich beschlossen: Wir leben vegan. Für eine Woche. Also keine Eier für mich, kein Käse und…. kein Eis. Am Anfang war ich noch extrem skeptisch aber das sollte sich im Laufe dieser einen Woche ändern. Ich habe während diesen 7 Tagen ein Tagebuch geführt, in welches ich euch jetzt einen kleinen Einblick gewähren möchte. Und bevor jemand fragt: Ja, ich hab mich jedes mal etwas komisch gefühlt als ich fragte: “Ist das vegan” ?

Tag 1 – Montag

Eigentlich begann meine vegane Woche schon am Abend davor. Ich hatte einige Freunde zu Besuch und nahm sie in ein Deutsches Restaurant mit. Während meine Gäste sich auf ihr Schnitzel stürzten genoss ich eine Ofenkartoffel mit Gemüse. Das war schon einmal gar kein Problem. Am nächsten Morgen wachte ich mit knurrendem Magen auf uns musste leider feststellen, dass mein Kühlschrank keine veganen Optionen bot. Meine geliebten Frühstückseier musste ich leider ausfallen lassen. Deswegen habe ich mich im Büro umso mehr über das vegane Bananenbrot meiner Kollegin Sina gefreut. Zusammen mit einer heißen Tasse Grünen Tees war ich bis zum Mittag gut gesättigt. Zusammen mit meinen zwei anderen veganen Kollegen machte ich mich auf den Weg zum Bioladen und wir deckten uns mit Quinoa, Gemüse und Linsen ein. Unser Mittagessen war lecker aber irgendwie fehlte mir etwas. Spätestens da merkte ich, dass ich mir einmal Gedanken um ein veganes Dressing machen sollte. Zwei Stunden später jedoch meldete sich mein Magen schon wieder. Also gab es einen Apfel und eine handvoll Erdnüsse als Snack. So hielt ich bis halb acht durch und verschlang schließlich Gemüsesticks und Hummus zum Abendessen. Mein Dessert bestand aus Blaubeeren. So weit so gut!

Frühstück: Bananenbrot und Grüner Tee
Mittag: Quinoa Bowl mit gebratener Paprika, Tomaten, Zucchini und Pilzen. Eine halbe Avocado als Topping
Snack: Ein Apfel und Erdnüsse
Abendessen: Paprika und Karotten mit Hummus. Blaubeeren als Nachtisch.

Tag 2 – Dienstag:

Dieses Mal war ich etwas besser vorbereitet und habe mich mit Kokosnussjoghurt eingedeckt. Von dieser cremigen Textur träume ich bis jetzt immer noch — Die Mango Maracuja Variante ist mein absoluter Favorit. Eine Banane war mein Snack auf dem Weg zur Arbeit. Heute achtete ich auch darauf, möglichst viel Wasser zu trinken. Außerdem besuchte mich heute ein Freund und brachte mir Guavensorbet mit. Es war einfach köstlich und ließ mich mein etwas fades Mittagessen vergessen. Gegessen wurde heute Abend zu Hause.

Frühstück: Eine Banane und Kokosnussjoghurt.
Mittag: Thai Curry mit Tofu und Gemüse
Snack: Guavensorbet
Abendessen: Kichererbsen, Tomaten, Rucola mit selbstgemachtem Dressing

Tag 3 – Mittwoch:

Heute stand bei mir Home Office an, also nutzte ich den Morgen um bei meinem lokalen Bioladen vorbeizuschauen. Als ich mit meinen neuen Schätzen wieder zuhause ankam machte ich eine große Schüssel Salat mit schwarzen Bohnen und Gemüse um durch den Tag zu kommen. Die Kombination aus Protein und gesunden Fetten füllte meine Energiereserven auf und ich fühlte mich satt und befriedigt. Bis jetzt hatte ich noch keine nicht-veganen Gelüste! Natürlich war ich schon ein bisschen neidisch wenn ich Leute mit Pizza sah, aber insgesamt ging es mir super. Diesen Abend war ich bei meiner Freundin Anna und sie kochte für mich und meine Kollegin Christin. Das ganze war ein wahres veganes Festessen und viel leckerer als ich es mir hätte vorstellen können.

Frühstück und Mittag: Großer Salat mit Bohnen, Avocado, Tomaten und Mais.
Abendessen: Super leckeres Dinner bei meiner Freundin Anna: in Ahornsirup glasierter Tofu, geröstete Karotten und Kartoffeln, dazu Tahini. (Siehe Header-Foto)

Tag 4: – Donnerstag

Zum Frühstück gab es heute Quinoaflocken mit Hafermilch. Zum Mittagessen hatten einige meiner Kollegen Süßkartoffeln mit Hummus vorbereitet. Dazu machte ich einen grünen Salat mit gebratenem Gemüse. Diesen Abend ging ich mit ein paar Freunden aus und hatte ein wundervolles Tofugericht mit viel Gemüse.

Frühstück: Quinoaflocken mit Hafermilch und Blaubeeren.
Mittag: Süßkartoffeln getoastet mit Hummus und Salat (Tomaten, Gurken, Spinat), dazu gebratene Zucchini und Pilze
Abendessen: Abendessen beim Vietnamesen. Es gab Tofu mit Sellerie, Bambus, Pilzen, Paprika und Pak Choi.

Tag 5: – Freitag

Heute war ich etwas spät dran, weswegen ich mein Frühstück unterwegs besorgen musste. Zum Glück fand ich auf dem Weg zur Bahn einen Stand mit veganen Brezeln… lecker! Zum Mittag gab es Suppe, die mich an diesem etwas kalten Tag aufwärmte. So… und jetzt kommen wir zu dem Teil, der mir etwas peinlich ist. Ich hatte ein nicht veganes Abendessen! Lasst es mich erklären. Ich schuldete meiner Freundin Anya ein Abendessen also gingen wir in diese Österreichische Weinbar in Neukölln und um ehrlich zu sein, keine der veganen Optionen auf der Karte sprach mich richtig an. Weil dies ein besonderer Anlass war wollte ich ihn voll genießen und deswegen entschied ich mich für ein nicht veganes Gericht: Froschschenkel gepaart mit Weißwein. Weil dies doch ein größerer Fauxpas war, entschied ich mich deswegen einen extra veganen Tag einzulegen.

Frühstück: Vegane Brezel
Mittag: Brokkolisuppe
Abendessen: Nicht vegan 🙁 Schickes Abendessen im Wild Things

Tag 6: – Samstag

Da ich gestern Abend richtig reingehauen habe, war ich erst zur Mittagszeit wieder hungrig. Nachdem ich zuhause etwas den Haushalt gemacht habe gab es eine große Portion Quinoa mit Tomatensauce. Mein Abendessen mit Freunden bestand aus einem veganen Ananas Curry. Hier möchte ich noch einmal erwähnen, dass alle meine Freunde sich meinen Einschränkungen sofort angepasst haben und das hatte ich zunächst wirklich gar nicht erwartet. Alle waren sofort bereit sich mir anzupassen, sodass ich mich immer sehr aufgenommen und verstanden gefühlt habe. Eine vegane Option zu finden ist inzwischen gar nicht mehr so schwer!

Frühstück und Mittagessen: Quinoa mit scharfer Tomatensauce
Abendessen: Köstliches Curry mit Gemüse und Ananas.

Tag 7: – Sonntag

Heute habe ich richtig lange geschlafen und hatte eine kleine Schale Quinoa von gestern zum Frühstück. Den Nachmittag verbrachte ich draußen und genoss einen frischen Salat. Mein Abendessen bestand aus Kichererbsen, Auberginen und Tomaten. Lecker 🙂

Frühstück: Quinoa von gestern
Mittag: Salat mit Avocado, Gurke, Spinat
Abendessen: Gebratene Kichererbsen, Auberginen und Tomaten

Tag 8: – Montag

Ich startete meinen letzten veganen Tag mit etwas Obst und einem Müsliriegel — super lecker und mein Bauch war erst einmal voll. Zusammen mit meinen Kollegen genoss ich einen großen Salat mit Quinoa. Ich hatte etwas Curry zum Abendessen und war danach satt und glücklich. Die Woche war nun zu Ende und ich war wirklich überrascht wie einfach es doch war.

Frühstück: Obst, Müsliriegel und grüner Tee
Mittag: Quinoa mit viel Gemüse und Salat
Abendessen: Curry

Das Urteil:

Ich bin immer noch ganz begeistert wie einfach mir diese Woche doch gefallen ist. Abgesehen von meinem Ausrutscher am Freitag hatte ich keine Gelüste nach anderem Essen. Bis zu diesem Experiment habe ich immer geglaubt, dass ich ohne Käse gar nicht leben kann, aber es gibt tatsächlich genug leckere vegane Optionen, sodass mir der Verzicht nicht schwer fiel. Jetzt ist mein Versuch schon fast eine Woche her aber ich ernähre mich immer noch vegan! Ich hätte wirklich nie gedacht, dass ich so lange aushalte, geschweige denn einfach so mit meiner veganen Ernährung weitermache. Mir ist auch aufgefallen, dass ich mich mittlerweile viel gesünder ernähre und mir es viel leichter fällt mich automatisch für diese Art des Essens zu entscheiden. Ich glaube jedoch nicht, dass ich für immer auf tierische Produkte verzichten kann, da ich doch ein großer Fan des Genusses bin und Käse, Kuchen oder auch einen köstlichen Burger zu sehr vermissen würde. Inzwischen sind aber diese Gerichte eher eine Ausnahme für mich und landen eher selten auf meinem Teller. Zudem fühle ich mich selbst so viel besser, da durch meinen Lebensstil die Umwelt nun weniger belastet wird. Ich glaube jeder sollte mal das Experiment “Vegane Woche” starten !

Hast du jemals eine Zeitlang auf tierische Produkte verzichtet? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

1 Discussion on “Vom Omnivor zum Pflanzenfresser: Meine vegane Woche”
  • Liebe Emma,

    ich finde es gut, dass du die vegane Woche einmal ausprobiert und dich an etwas “Neues” herangetraut hast. Man muss nicht von heute auf morgen perfekt pflanzlich leben – Ausrutscher gehören dazu und sind total normal. Wenn man sich nicht zwingt, ist der Erfolg solcher Umstellungen sicherlich am größten – alles kann, nichts muss. Diesen Gedanken finde ich persönlich sehr befreiend, obwohl ich zugeben muss, dass mich gerade der ethische Aspekt bei einer rein pflanzlichen Ernährung bleiben lässt. Aber das ist bei jedem und jeder anders und ich finde deine ersten Schritte in diese Richtung klasse!

    Liebe Grüße
    Jenni

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