Zeitweiliges Fasten – Hungrig gesund bleiben

Gesundheitstrends sind grenzenlos und fast täglich kommen Neue hinzu: Sei es die Tendenz zum veganen Leben, der gänzliche Verzicht auf Gluten oder eine ausschließliche Rohkost-Ernährung. Das Schwierigste an einer neuen Ernährungsweise ist meist der Verzicht auf nunmehr verbotene Köstlichkeiten. Den Macarons und der Käseplatte zu widerstehen, die beim Brunch mit Freunden auf dem Tisch stehen, kann zur puren Folter werden. Doch Untersuchungen weisen darauf hin, dass diese Art von Enthaltung gar nicht nötig ist. Es sei vielmehr das “Wann” und “Wie”, das zu beachten sei. Tatsächlich braucht man die persönlichen Lieblingsgerichte gar nicht aus dem Speiseplan zu streichen. Es ist möglich das eigene Gewicht zu regulieren und ein langes gesundes Leben zu führen, ohne auf Delikatessen zu verzichten.

Drei volle Mahlzeiten am Tag sind mittlerweile die Norm, auf die man sich in der modernen westlichen Gesellschaft geeinigt hat. Es ist für den Körper aber eigentlich gar nicht natürlich. Über tausende von Jahren, bevor europäische Siedler große Teile der Welt kolonisierten, gab es vielen Menschen, die ihre Ernährung den Bedürfnissen ihres Körpers anpassten. Amerikanische Ureinwohner aßen beispielsweise nur dann, wenn sie wirklich Hunger verspürten. Einem bestimmten Essensrhythmus zeitgenau zu folgen, führt dazu, dass oft mehr Kalorien aufgenommen werden, als der Körper eigentlich braucht. Probiert man stattdessen einfach zu warten, bis der Hunger sich selbst meldet, fährt der Körper irgendwann in eine Art “Überlebens – Modus”. Dieser Zustand hält den Körper am Laufen und verbrennt Fett auf besonders effiziente Weise. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher ein zeitweiliges Fasten, nicht allein um das Gewicht zu reduzieren, sondern auch um die sonstigen positiven Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit und die Lebensdauer zu nutzen.

Der Forschung zufolge kann fasten das Altern verlangsamen, Erkrankungen vorbeugen und sogar Heilungsprozesse unterstützen, wobei die teils ungesunden Nebenwirkungen, die bei Langzeit – Diäten auftreten, minimiert werden. Man sagt auch, dass die Insulinempfindlichkeit gesteigert wird, was hilfreich ist für die Blutzuckerregulierung und Appetitkontrolle. Außerdem soll es “milden Stress verursachen, der die zelluläre Abwehr gegen molekulare Schäden schützt” und “den zellulären Recyclingprozess beschleunigen, der beschädigte Moleküle beseitigt, welche man oft mit Alzheimer, Parkinson und anderen neurologischen Erkrankungen in Verbindung bringt”. Viele dieser gesundheitlichen Nutzen lassen sich auf eine allgemein beschränkte Kalorienzufuhr zurückführen. In Tierstudien hat das “Intermediate Fasting” und damit eine Senkung der täglichen Kalorien um 30 – 40 Prozent, großartige Ergebnisse hervorgebracht. Im Schnitt wurde die Lebensdauer der Tiere um ein Drittel verlängert.

Was wir aus all dem schließen können ist, dass Perioden zeitweiligen Fastens von großem Nutzen für unsere Gesundheit sein können, unabhängig von speziellen Diäten. Manche Menschen verzichten ein paarmal pro Woche auf ihr Mittagessen und andere fasten 24 Stunden. Eine sehr beliebte Methode, besonders bei denen, die versuchen Muskeln aufzubauen und Gewicht zu verlieren, heißt “Leangains”, wobei für 14 bis 16 Stunden am Tag gefastet wird und nur in den restlichen 8 bis 10 Stunden gegessen werden darf. Den meisten fällt es besonders leicht, in der Nacht und am Vormittag zu fasten, wobei die erste Mahlzeit des Tages bis zum Mittag hinausgezögert wird.

Natürlich muss man selbst entscheiden, welche Methode sich am besten mit dem persönlichen Lebensstil verträgt. Um ein Gefühl davon zu bekommen, hilft es die verschiedenen Konzepte auszuprobieren. Und ja, du wirst Hunger haben, aber dafür wird das was du zu dir nimmst besser schmecken als je zuvor. Wie sagt man so schön: „Hunger ist der beste Koch“. Ein Versuch ist es wert. Und dieser Versuch könnte dir am Ende ein gesünderes und längeres Leben bringen.

Leave A Comment

Your email address will not be published.