Hautpflege Inhaltsstoffe – die Guten, die Bösen und die Giftigen

Lasst mich eines gleich zu Beginn klarstellen: Ich LIEBE Hautpflege. Ich glaube fest daran, dass eine sorgfältige Hautpflegeroutine das Leben verändern kann. Das klingt jetzt vielleicht etwas dramatisch, aber die Wahrheit ist doch, dass wir alle bestmöglich aussehen und uns gut fühlen möchten. Für mich hat das auch mit einer gesunden Haut zu tun. Ein strahlendes, frisches und reines Hautbild war für mich immer schon erstrebenswert. Es zeigt, dass du deinen Körper gut behandelst, seine Bedürfnisse berücksichtigst und dir Zeit für Körper- und Hautpflege nimmst.

Um ein gesundes Hautbild zu erreichen, erfordert es ein grundlegendes Verständnis über die Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten. Dieses oder jenes Serum verspricht möglicherweise, dass es Unreinheiten, Pigmentierungen und einen fahlen Teint aufhellt, aber wodurch genau wird dieser Effekt erreicht? Welcher Inhaltsstoff ist wirklich gut für deinen Hauttyp und die jeweiligen Bedürfnisse der Haut? Ich könnte hier wirklich einen halben Roman verfassen, aber ihr habt sich alle Besseres zu tun, als stundenlang vor dem Bildschirm zu sitzen. Also gebe ich euch hier einen kurzen Überblick über die wichtigsten Inhaltsstoffe in Hautpflegeprodukten, welche sich lohnen und welche besser nicht in die Nähe eurer Gesichter kommen sollten.

Die guten Inhaltsstoffe:

Bevor ich euch ein Ohr über all die tollen Wirkstoffe abkaue, möchte ich betonen, dass ich persönlich ausschließlich Naturkosmetik verwenden. Das bedeutet, dass ich hier keine synthetischen Inhaltsstoffe empfehlen werden, denn die Natur stellt meiner Meinung nach alle Wirkstoffe bereit, die es für einen strahlenden Teint benötigt. An dieser Stelle möchte ich außerdem daran erinnern, dass alle Füllstoffe und schädliche, chemische Inhaltsstoffe in konventionellen Pflegeprodukten von unserem größten Organ – der Haut – absorbiert werden. Deswegen ist es auch so wichtig, dass man selber mal einen Blick auf die Rückseite eines Produktes wirft.

Vitamin A

Mit Vitamin A kannst du nicht viel falsch machen – es hilft bei fast allen Hautproblemen und ist der beste, natürliche Anti-Aging-Wirkstoff. Es normalisiert Hautfunktionen und stärkt die Dermis, wodurch das Erscheinungsbild von Falten gemildert werden kann. Es fördert außerdem die Produktion von Kollagen und lässt die Haut schon ab der erstenm Anwendung praller und gesünder aussehen. Ein wahre Zauberzutat!
Vitamin A wird auch als Renova, Retin A, Tretinoin oder Retinol bezeichnet. Retinol ist allerdings die synthetische Variante, die schwer verdaulich und vor allem von schwangeren Frauen nicht verwendet werden sollte. Außerdem sollte der Wirkstoff nur als Nachtpflege eingesetzt werden, da es die Haut empfindlich gegenüber Sonnenlicht macht. Du suchst ein natürliches Produkt mit Vitamin A, dann sind Pai’s Rosehip Oil und Produkte mit Karottenextrakt eine gute Wahl.

Vitamin C

Vitamin C bekämpft als Power-Antioxidant alle möglichen Hautprobleme wie Hyperpigmentierung und Sonnenschäden. Man könnte es auch als Schutzschild für die Haut bezeichnen, das den Teint zusätzlich aufhellt und zum Strahlen bringt.
Sanddorn ist besonders reich an Vitamin C sowie auch Nesselextrakt und Brokkoli-Öl. Auf der INCI-Liste ist Vitamin C auch als Ascorbinsäure oder L-ascorbic acid zu finden. Yüli’s Cell Perfecto PM enthält extrem viel Ascorbinsäure und kann die Zellstruktur der Haut erneuern und die Haut stärken.

Vitamin E

Vitamin E kommt natürlicherweise in der menschlichen Haut vor und wirkt als Antioxidant gegen umweltbedingte Hautschäden. Untersuchungen zeigen, dass natürliches Vitamin E weit wirkungsvoller als jede synthetisch hergestellte Option ist. Unser beliebtes Arganöl von Kahina Giving Beaut enthält sehr viel Vitamin E. Es stellt die Hautelastizität wieder her, neutralisiert freie Radikale und mildert somit Zeichen vorzeitiger Hautalterung. Das Vitamin wird auch als Tocopherol bezeichnet.

Hyaluronsäure

Auch Hyaluronsäure ist natürlicherweise in der Haut zu finden. Je älter wir werden, umso weniger können wir allerdings davon produzieren. Hyaluronsäure ist verantwortlich für die Speicherung von Feuchtigkeit und verleiht der Haut einen gesunden, aufgepolsterten Look. Außerdem wirkt es entzündungshemmend und antibakteriell, wodurch Hautunreinheiten in Schach gehalten werden. Falls du noch kein Produkt mit Hyaluronsäure ausprobiert haben solltest, empfehle ich das Hydra Miracle Serum von M.Picault oder die Replenishing Day Cream von Pai. Dehydrierte Haut wird sofort von Hyaluronsäure profitieren.

AHA

Die Abkürzung AHA steht für Alpha Hydroxy Acid und bezeichnet Fruchtsäuren wie beispielsweise Glycol- oder die aus Milch gewonnene Milchsäure. Die Säuren können bis in die tieferen Hautschichten und wirken als chemisches Peeling.
Tote Hautzellen werden entfernt, sodass die neue Haut zum Vorschein kommt. Sowohl Narben als auch Falten werden reduziert. Das gesamte Hautbild wird sich verbessern. Suche nach Fruchtenzymen oder Zuckerrübe als Zutaten oder greife zur AHA Maske von Pai. Diese Maske hat selbst meine tiefen Aknenarben gemildert und lässt auch Pickel schneller heilen.

Vitamin B3

Dieses Vitamin speichert Feuchtigkeit in der Haut und stimuliert Mikrozirkulation. Akne und Verfärbungen verschwinden. Vitamin B3, auch Niacinamide genannt, findet sich in Avocado und Sonnenblumen. Die neue Supreme Moisture Mask von NUORI enthält besonders viel Vitamin B3, welches die Haut nährt und schützt.

Grüner Tee

Meine Kollegin Emma hat kürzlich einen Artikel über die positiven Eigenschaften von Grünem Tee veröffentlicht. Als Antioxidant ist Grüner Tee nicht nur innerlich gesund, sondern auch hautpflegend. Es reduziert Zellschäden und schützt die Haut vor den Schäden von Sonneneinstrahlung. Mit dem Green Tea Konjac lässt sich Grüner Tee als Wirkstoff unkompliziert in die Hautpflegeroutine integrieren.

Traubenkernöl

Das Öl aus Traubenkernen überzeugt mit wundheilenden Eigenschaften und macht es zu einem geeigneten Wirkstoff gegen Pickel und Entzündungen. Außerdem versorgt es die Haut mit extra Feuchtigkeit. Als Zutat findet es sich in unzählige Seren und Ölen. Auch die
Kimberly Sayer’s Hydrating Anti-Oxidant Facial Mask enthält Traubenkerntrakt. Die Gesichtsmaske schützt die Haut vor freien Radikalen und sorgt für sofort sichtbare Effekte, bereits nach der ersten Anwendung.

Die unnötigen Inhaltsstoffe:

Die folgenden Zutaten würde ich so gut es geht vermeiden. Vor allem, weil die Haut diese Wirkstoffe nicht braucht, um gesund und strahlend auszusehen. Sie sind nicht unbedingt schädlich, aber es stellt sich auch kein Wow-Effekt ein.

Stammzellen

Vor einigen Jahren begannen einige Marken, Stammzellen in ihren Hautpflegeprodukten zu als das neue Wundermittel gegen Falten zur vermarkten. Ich persönlich denke nicht, dass es Stammzellen in der Hautpflege benötigt. Zum einen, weil die Produkte maßlos überteuert sind, zum anderen konnte keine wissenschaftliche Studie eine zellerneuernde Wirkung feststellen. Ein Trend, der in Zukunft auch wieder verschwinden wird.

Koffein

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Kaffee-Peeling und Cappuccino. Aber ich brauche Koffein wirklich nicht in jedem Hautpflegeprodukt. Einfach deshalb, weil die Wirkung von Koffein auf der Haut nur temporär ist. Es hat einen sofortigen Effekt auf angeschwollene Augen, der aber nicht lange anhält. Versuche es stattdessen mit dem Extrakt von Grünem Tee.

Künstliche Farb- und Duftstoffe

Du wärst überrascht, wenn du wüsstest, in wie vielen Hautpflegeprodukten synthetische Farb- und Duftstoffe enthalten sind. Natürliche Produkte sind oftmals leicht gelblich, mit der Ausnahme der Blue Tansy, die auch dem Blue Cocoon von May Lindström die wundervolle, blaue Farbe verleiht. Konventionelle Produkte sind oft leuchtend blau, künstlich weiß oder sogar lila. Solche Farbnuancen sind in der Regel nicht mit natürlichen Inhaltsstoffen möglich. Deine Haut benötigt weder Farb- noch Duftstoffe.

Die bösen Inhaltstoffe:

Kommen wir zu den Inhaltsstoffen, die allesamt in meinem Badezimmer verboten sind. Die meisten davon sind billige Füllstoffe, die entweder nichts für deine Haut tun, die Poren verstopfen oder sogar großen Schaden anrichten können.

Parabene

Dabei handelt es sich um die beliebtesten Konservierungsmittel der Kosmetikindustrie. Sie sollen verhindern, dass Produkte verderben und von Schimmel oder Pilzen befallen werden. Eigentlich eine gute Sache, oder? Die Haut absorbiert jedoch alles, was du aufträgst und bei Parabenen ist das problematisch. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Stoffe sowohl bei Frauen als auch bei Männern Brustkrebs verursachen können. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl natürlicher Alternativen, auf Parabene können wir also verzichten.

Phthalate

Obwohl ich die Bezeichnung nicht einmal richtig aussprechen kann, weiß ich, dass ich die Wirkstoffgruppe nicht auf meinem Gesicht haben möchte. Die Substanzen sind endokrine Disruptoren und können das reproduktive System sowie die Kindesentwicklung stören. Phthalate verstecken sich oftmals in künstlichen Duftstoffen. Produkte, die essentielle Öle als Aroma verwenden, sind also die bessere Wahl.

Triclosan

Diese Substanz ist in vielen Produkten zu finden, die antibakteriell wirken sollen. Und da sind wir auch schon beim Kern des Problems: Triclosan ist sehr aggressiv und tötet alle Bakterien, inklusive der förderlichen, ab. Um die Haut sauber und gesund zu halten, reichen Seife und Wasser in den meisten Fällen völlig aus.

Petroleum

Natürlich muss ich auch den billigsten Inhaltsstoff der Kosmetikindustrie erwähnen: Petroleum. Es handelt sich dabei um dieselbe Substanz, die auch für Motorenöl verwendet wird. Was hat es dann in der Hautpflege zu suchen? Ich verstehe das beim besten Willen nicht. Die WHO hat Mineralöl als gefährliches karzinogen eingestuft. Dennoch kommt es in extrem vielen Feuchtigkeitspflegeprodukte zum Einsatz.

Silikone

Gehören ebenfalls zu den billigen Füllstoffen, auf die man einfach verzichten kann. Silikone bilden eine schützende, künstliche Schicht auf Haut und Haaren, die aber auch jegliche Feuchtigkeitsaufnahme verhindert. Die Haut wird sich zunächst sehr weich anfühlen, aber unter dieser Schicht kann die Haut dehydrieren. Das gleiche gilt für die Haare. Es wird glänzen, aber leichter brechen, wenn du silikonhaltige Shampoos verwendest. Ein Silikon-Detox kann einige Woche dauern, aber ich empfehle es jedem, der sein Haar wachsen lassen möchte.

Sodium Lauryl Sulfate (SLS)

SLS sorgen für einen schönen Schaum, der bei den meisten Pflegeprodukten entsteht, wenn diese mit Wasser emulgiert werden. Die können der Haut aber auch aggressiv das gesunde Hautfett sowie Feuchtigkeit entziehen und gleichzeitig Haut, Lunge und Augen irritieren. Besonders empfindliche Hauttypen sollten darauf achten, dass keine SLS auf der INCI-Liste von Duschgel oder Shampoo auftauchen.

Ich hoffe, dieser kleine Guide hilft einigen von euch bei der richtigen Produktwahl für den jeweiligen Hauttyp oder das jeweilige Hautproblem. Schnell ist man überfordert, von der Vielzahl der Inhaltsstoffe, die es zu vermeiden gilt. Lasst euch Zeit und lest aufmerksam die Liste der Inhaltsstoffe, wenn ihr ein neues Produkt kauft,
Viele Hersteller verwenden unterschiedliche Synonyme, daher sind Apps wie Codecheck sehr hilfreich, um schädliche Inhaltsstoffe zu enttarnen.

Falls ihr mehr über einen spezifischen Inhaltsstoff erfahren möchtet, stellt eure Fragen im Kommentarbereich unter diesem Artikel!

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