{"id":5341,"date":"2014-08-21T11:03:45","date_gmt":"2014-08-21T10:03:45","guid":{"rendered":"http:\/\/amazingy.com\/magazine\/?p=5341"},"modified":"2014-09-01T12:37:40","modified_gmt":"2014-09-01T11:37:40","slug":"wieviel-wasser-sollten-wir-trinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amazingy.com\/magazine\/de\/wieviel-wasser-sollten-wir-trinken\/","title":{"rendered":"Wieviel Wasser sollten wir tats\u00e4chlich trinken?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dehydrierung zu vermeiden ist f\u00fcr uns Menschen eine reine \u00dcberlebensstrategie, da wir innerhalb weniger Tage verdursten k\u00f6nnen. Ausreichende Fl\u00fcssigkeitszufuhr ist also nicht nur f\u00fcr chemische K\u00f6rperfunktionen notwendig, sondern auch f\u00fcr Lebensenergie an sich.<\/strong><\/p>\n<p>Besonders in den letzten Jahren hat sich ein starker Trend abgezeichnet, verst\u00e4rkt auf das Trinkverhalten zu achten. Durch die so genannte &#8216;Wasserflaschenrevolution&#8217; erfahren seitdem gro\u00dfe Getr\u00e4nkehersteller wie Coca Cola eine st\u00e4ndig hohe Nachfrage mit j\u00e4hrlichen Ums\u00e4tzen von (bis zu) 11,4 Milliarden USD (2013) .<\/p>\n<p>Es steht au\u00dfer Frage, dass Wasser essentiell f\u00fcr alles Leben auf der Erde ist. Die Empfehlung lautet, 8 Tassen bzw. 2 Liter Wasser am Tag zu trinken. Ist das wirklich der Standard, an den wir uns halten sollten? Wieviel sollten wir tats\u00e4chlich im Durchschnitt trinken?<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige Gesundheitsexperten haben unz\u00e4hlige Antworten auf dieses Frage. Eine gemeinsame Schlussfolgerung lautet jedoch, dass die notwendige Fl\u00fcssigkeitszufuhr von Alter, k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten, Di\u00e4t, Umwelteinfl\u00fcssen und allgemeinem Gesundheitszustand abh\u00e4ngig sei. Ein allgemeing\u00fcltiges Rezept gibt es demnach nicht.<\/p>\n<h2>Woher bezieht der K\u00f6rper Wasser?<\/h2>\n<p>Laut Barry Popkin, Professor f\u00fcr Ern\u00e4hrungswissenschaften an der Universit\u00e4t North Carolina, existieren keine ausreichenden Studien bez\u00fcglich der Notwendigkeit einer bestimmten Menge an Fl\u00fcssigkeitszufuhr. Die Antwort darauf, welches die beste Methode der Fl\u00fcssigkeitsaufnahme und welche Menge an Wasser f\u00fcr jedes Individuum wirklich gesund sei, bleibt uns die Wissenschaft noch schuldig.<\/p>\n<p>Zudem besteht ein Unterschied zwischen dem Trinken und Konsumieren von Wasser. Laut der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden 70-80% der Fl\u00fcssigkeit durch das Trinken von Wasser oder anderen Getr\u00e4nken und etwa 20-50% durch Essen aufgenommen. Vor allem bei Di\u00e4ten mit viel Obst und Gem\u00fcse wird im Vergleich zu industriell verarbeiteten Lebensmitteln bedeutend mehr Wasser \u00fcber\u00a0die Ern\u00e4hrung aufgenommen.<\/p>\n<p>Sobald jedoch nicht gen\u00fcgend Fl\u00fcssigkeit \u00fcber die Nahrung aufgenommen und \u00fcber den Tag nicht ausreichend\u00a0getrunken wird, (be)zieht der K\u00f6rper Fl\u00fcssigkeit aus dem Muskelgewebe und den Organen. Ein wichtiger Punkt, denn wenn auch diese Quellen ersch\u00f6pft sind, weicht der K\u00f6rper auf die Fl\u00fcssigkeit in unseren eigenen Abfallprodukten \u2013 den Exkrementen \u2013 aus. Das f\u00fchrt zu Schwierigkeiten beim Stuhlgang, was zudem toxisch f\u00fcr den K\u00f6rper ist. Weitere Symptome einer Dehydrierung sind Konzentrationsschw\u00e4che, Kopfschmerzen, Lethargie und Reizbarkeit. Daher ist es immens wichtig, \u00fcber den Tag verteilt genug zu trinken. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, wann genug ist und wo die Grenze zwischen normalem und obsessivem Trinkverhalten gezogen werden sollte.<\/p>\n<h2>\u00dcber-Hydrierung<\/h2>\n<p>Exzessives Trinken kann potentiell zu Hyponatri\u00e4mie (eine St\u00f6rung des Elektrolyte-Haushalts durch Absinken des Natriumspiegels) oder im schlimmsten Fall zu einer &#8216;Wasservergiftung&#8217; f\u00fchren. Ron Maughan, Professor f\u00fcr Sport und Ern\u00e4hrung an der Loughborough Universit\u00e4t (UK) f\u00fchrt aus, dass bis vor Kurzem angenommen wurde, dass \u00dcber-Hydrierung harmlos w\u00e4re und nur zu einem verst\u00e4rktem Harndran f\u00fchre. Laut Maughan gibt es aber mittlerweile Beweise, dass Hyponatri\u00e4mie das Risiko von Osteoporose und anderen Knochenschw\u00e4chen steigere. Au\u00dferdem wird die Aufnahme von Fl\u00fcssigkeit nicht zwangsl\u00e4ufig durch Wasserlassen (max. 1 Liter innerhalb 1 Stunde) kompensiert. Eine &#8216;Wasservergiftung&#8217; tritt zwar selten auf, ist aber lebensgef\u00e4hrlich.<\/p>\n<h2>Die Fl\u00fcssigkeitszufuhr bestimmen<\/h2>\n<p>Die Farbe des Urins ist ein guter Indikator, um den Fl\u00fcssigkeitshaushalt zu bestimmten. Vollst\u00e4ndig darauf verlassen sollte man sich aber nicht, da Ern\u00e4hrung, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel oder Medikamente ebenfalls eine Rolle spielen. Die Nieren produzieren normalerweise 1-1,2ml Urin pro Minute, ein gesunder Erwachsener l\u00e4sst pro Tag demnach ca. 1,2-1,5 Liter Wasser. Urinausscheidungen von mehr als 300ml oder weniger als 30ml Urin deuten auf \u00dcber- bzw. Dehydrierung hin.<\/p>\n<p>Weiterhin sollte den physiologischen Mechanismen des Durstes mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wie auch Hunger, steigert Durst die Geschmacks- und Geruchsempfindsamkeit. Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, Durst mit Hunger zu verwechseln. Dies sollte jedoch vermieden werden.<\/p>\n<h2>Die 1:1-Ersatzstrategie<\/h2>\n<p>Idealerweise sollte die Aufnahme von Fl\u00fcssigkeit ungef\u00e4hr dem Ausscheiden von Fl\u00fcssigkeit und vice versa entsprechen. Daher wird die &#8216;Ersatzstrategie&#8217; empfohlen: es sollte ungef\u00e4hr die Menge an Fl\u00fcssigkeit aufgenommen werden, die auch ausgeschieden wird. Dabei spielt allerdings nicht nur das Urnieren eine Rolle, sondern auch der Wasserverlust durch Atmung, Schwitzen und Stuhlgang.<\/p>\n<p>Popkins fasst zusammen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cFl\u00fcssigkeitszufuhr, die das Ausscheiden von Fl\u00fcssigkeit ausbalanciert und f\u00fcr ausreichende Hydrierung des K\u00f6rpergewebes sorgt, ist essentiell f\u00fcr Gesundheit und Vitalit\u00e4t.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Schlussfolgernd daraus l\u00e4sst sich folgende Regel ableiten: wenn du keine gesteigerten k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten an einem hei\u00dfen Tag ausf\u00fchrst und auch keinen Durst versp\u00fcrst, bist du mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit ausreichend mit Fl\u00fcssigkeit versorgt. Es ist nicht notwendig, die exakte Menge an zugef\u00fchrten Millilitern zu messen. H\u00f6re auf deinen K\u00f6rper und falls du Anzeichen und Symptome einer Dehydrierung &#8211; wie konstanten Hunger, Verstopfung oder Lethargie &#8211; bemerkst, solltest du die t\u00e4gliche Fl\u00fcssigkeitszufuhr steigern. Am wichtigsten ist, Durst zu vermeiden und den Wasserhaushalt zu im Gleichgewicht zu halten.<\/p>\n<h3>References<\/h3>\n<ul>\n<li>Mu\u00f1oz, CX, McKenzie, AL &amp; Armstrong, LE 2014, \u2018Optimal hydration biomarkers: consideration of daily activities.\u2019,\u00a0<em>Obesity facts<\/em>, vol. 7, no. 2, pp. 13\u20138,<\/li>\n<li>Popkin, BM &amp; Rosenberg, IH 2011, \u2018Water, Hydration and Health\u2019, National Institute of Health, vol. 68, no. 8, pp. 439\u2013458.<\/li>\n<li>\u2018Scientific Opinion on Dietary Reference Values for water 1\u2019 2010,\u00a0<em>European Food Safety Authority<\/em>, vol. 8, no. 3, pp. 1\u201348.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/\">http:\/\/www.efsa.europa.eu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.europeanhydrationinstitute.org\/\">http:\/\/www.europeanhydrationinstitute.org<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.forbes.com\/\">http:\/\/www.forbes.com<\/a><\/li>\n<li><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*Original von Alana Ritchie, deutsche \u00dcbersetzung + Photos von Ruth Labe<em>s<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dehydrierung zu vermeiden ist f\u00fcr uns Menschen eine reine \u00dcberlebensstrategie, da wir innerhalb weniger Tage verdursten k\u00f6nnen. 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